Was ist ein Plasmafilter?

Der Plasmafilter ist neben dem Fettfilter und dem Aktivkohlefilter ein dritter, optionaler Filter für Dunstabzugshauben im Umluftbetrieb. Er filtert Gerüche, Bakterien, Viren, Schimmelsporen und sonstige Verunreinigungen aus der Luft und sorgt so für ein gesundes Raumklima. Wie er funktioniert, welche Vor- und Nachteile der Plasmafilter hat und was man sonst über die Technologie wissen muss, erklären wir im folgenden Beitrag.

Was ist Plasma?

Bevor wir auf die Funktionsweise, die Vor- und Nachteile eines Plasmafilters eingehen, sollte erst einmal klar sein, was Plasma eigentlich ist. Wer sich noch dunkel an den Physikunterricht erinnern kann weiß, dass es drei Aggregatzustände gibt: fest, flüssig und gasförmig. Durch Energiezufuhr können sich Aggregatzustände ändern: von fest zu flüssig und von flüssig zu gasförmig. Und was passiert, wenn man weitere Energie zuführt? Dann wird die Atomhülle des Gases aufgebrochen und in negativ geladene Elektronen und positiv geladene Ionen gespalten. Dieses Teilchen-Gemisch könnte man als vierten Aggregatzustand bezeichnen. In der Fachsprache aber spricht man von Plasma.

Plasma wurde erst in den 1920er Jahren entdeckt, da der vierte Aggregatzustand bei uns auf der Erde nicht allzu häufig vorkommt und nur schwer greifbar ist. Zwei natürliche Beispiele für Plasma sind Blitze und Polarlichter. Künstlich hergestellt kommt Plasma u.a. in der Neonröhre vor. Im Universum dagegen besteht fast die gesamte sichtbare Materie aus Plasma.

Wie funktioniert ein Plasmafilter?

Grundsätzlich besitzt (fast) jede Dunstabzugshaube im Umluftbetrieb einen Fettfilter und einen Aktivkohlefilter. Der Fettfilter bindet, wie der Name schon sagt, das Fett, das beim Kochen entsteht. Der Aktivkohlefilter sorgt dafür, dass die Luft von den Geruchspartikeln befreit wird. Der Plasmafilter sitzt als optionale Filtereinheit zwischen dem Fett- und dem Aktivkohlefilter und zersetzt bereits die Geruchsmoleküle zu einem großen Teil. Dadurch wird der Aktivkohlefilter geschont, der anderenfalls alle paar Monate gewartet oder gewechselt werden müsste.

Der komplette Filtervorgang der Umlufthaube funktioniert mit Plasmafilter also folgendermaßen:

  1. Der Metallfettfilter bindet das Fett in der Filtermatte.
  2. Der Plasmafilter zersetzt die Geruchsmoleküle mithilfe elektrischer Spannung in den Plasmazustand. Dabei wird Ozon, also ionisiertes Plasma frei. Ozon reinigt die Luft nicht nur von Geruchsmolekülen, sondern auch von Viren, Keimen, Allergenen, Bakterien und Schimmelspornen, die sich in der Küche befinden und von der Dunstabzugshaube angesaugt werden. Zurück bleiben Wasser, Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid.
  3. Der Aktivkohlefilter neutralisiert das Ozon mithilfe von Kohlenstoff zu normalem Sauerstoff und entfernt noch verbliebene Geruchsmoleküle.

Der Aktivkohlefilter ist durch den vorgeschalteten Plasmafilter praktisch wartungsfrei, sodass man sich die Kosten für den regelmäßigen Austausch desselben spart. Wichtig ist, die Fettfilter regelmäßig alle zwei bis vier Wochen in der Geschirrspülmaschine zu reinigen.

Welche Vorteile hat der Plasmafilter?

Der Einsatz eines Plasmafilters in der Umluft-Dunstabzugshaube hat zwei entscheidende Vorteile:

Einerseits schont der Plasmafilter den Aktivkohlefilter indem er Gerüche vorfiltert und macht die Dunstabzugshaube damit nahezu wartungsfrei. Nur der Fettfilter muss noch regelmäßig gereinigt werden. Ohne Plasmafilter muss ein einfacher, nicht regenerierbarer Aktivkohlefilter ca. einmal jährlich (je nach Kochintensität) erneuert werden, was mit Folgekosten verbunden ist.

Der Plasmafilter hat aber noch einen zweiten, entscheidenden Vorteil: Er reinigt die Luft zusätzlich zu den Geruchsmolekülen von Keimen, Bakterien, Viren und Schimmelsporen und sorgt für ein sauberes, angenehmes und vor allem gesundes Raumklima. Damit ist der Plasmafilter besonders gut geeignet für Allergiker. Aber auch alle Nicht-Allergiker profitieren von der gesäuberten, keimfreien Luft.

Welche Nachteile hat der Plasmafilter?

Ein vermeintlicher Nachteil von Plasmafiltern ist die Ozonerzeugung. Ozon kann Atemwege und Augen reizen, kommt es in sehr großen Mengen vor. Allerdings muss man sich beim Plasmafilter in dieser Hinsicht aus zweierlei Gründen keine Gedanken machen:

  1. Jeder Plasmafilter muss einen festgelegten Grenzwert unterschreiten, der unbedenklich für die menschliche Gesundheit ist.
  2. Der Aktivkohlefilter zersetzt das Ozon im dritten Filterschritt zuverlässig.

Ein größerer Nachteil dagegen ist der Umgang verschiedener Dunstabzugshauben-Hersteller mit der Plasmafilter-Thematik. Der Einbau eines Plasmafilters ist immer auch ein Eingriff in den normalen Ablauf und Filtervorgang des Geräts, weshalb vereinzelte Haubenhersteller Ihre Garantie auf die normale Verwendung ohne Plasmafilter einschränken.

Außerdem – und das ist ein ganz besonders wichtiger Punkt(!) – sind Plasmafilter nur für Dunstabzugshauben mit einem Fettabscheidegrad A geeignet. Der Fettabscheidegrad gibt an, wie viel Prozent des in der Luft enthaltenen Fetts vom Fettfilter aufgenommen wird. Wie bei den Energieeffizienzklassen werden auch hier die Buchstaben A (bester Fettabscheidegrad) bis G (schlechtester Fettabscheidegrad) verwendet. Dunstabzugshauben mit Fettabscheidegrad A nehmen mindestens 95% des in der Luft enthaltenen Fettes auf. Lässt der Fettfilter mehr als 5% Fett durch, setzt sich zu viel Fett am Plasmafilter ab. Das ist gefährlich, denn der Plasmafilter funktioniert mit elektrischer Energie. Das Fett kann im Zusammenspiel mit elektrischen Strömen leicht zum Brennen beginnen.

Wer jetzt denkt, die Beschränkung auf den Fettabscheidegrad A sollte kein größerer Nachteil sein, hat nur zum Teil recht. Denn es gibt tatsächlich nur einen kleinen Teil an Dunstabzugshauben auf dem Markt, die mehr als 95% des Fettes filtern. Für einige Bauarten, darunter Deckenlüfter und Schrägessen, gibt es bislang sogar kein einziges Modell. (Stand August 2019)

Wo werden Plasmafilter eingesetzt?

Wer eine neue Küche plant, steht immer vor der Frage ob die Dunstabzugshaube im Abluft- oder im Umluftbetrieb arbeiten soll. Bei vielen Anwendern gilt Abluft als Betriebsart immer noch als das Nonplusultra. Das ist zwar nicht ganz unberechtigt, da Ablufthauben meist leistungsstärker und leiser sind, dennoch hat dieses Betriebssystem auch jede Menge Nachteile:

  • Wenig energieeffizient, da warme Luft von innen nach außen transportiert wird
  • Dadurch für verschiedene KFW-Förderungen nicht geeignet
  • Problematisch in der Kombination mit einem Kamin (Gefahr von Kohlenmonoxidvergiftung durch Unterdruck im Raum)
  • Bauliche Voraussetzungen müssen erfüllt werden (oft problematisch bei freistehender Insellösung)
  • Abzugsrohr muss ggf. verkleidet werden
  • Anschluss moderner Dunstabzüge an vorhandene, ältere Kernlochbohrungen mit 100 oder 125mm Durchmesser problematisch
  • Höherer Montageaufwand

Gute Umlufthauben können in der Kombination mit einem Plasmafilter eine echte – nein, sogar in vielen Fällen eine deutlich bessere – Alternative zu Abluft sein. Frischere Luft als mit einem Plasmafilter, der die Luft auch noch von Bakterien, Sporen, Allergenen und Co. befreit ist praktisch nicht möglich.

Bildquelle: https://www.domaplasma.com/produkte.html

Plasmafilter gibt es in verschiedenen Bauarten für den Einbau im Dunstabzugshauben-Kamin (z.B. für Inselessen und Wandessen) oder für den Einbau im Sockel (z.B. für Kochfeldabzüge). Die Plasmatechnologie hat sich schon seit vielen, vielen Jahren in Großküchen bewährt, mittlerweile kommt sie auch zunehmen in Privathaushalten zum Einsatz, nicht nur als Plasmafilter in der Dunstabzugshaube.

Es gibt auch Ozonfilter von vielerlei Herstellern, die nicht für den Einbau in die Dunstabzugshaube geeignet sind, sondern als kompaktes Gerät im Raum platziert werden. Zur Reinigung der Luft in Schlafzimmer, Kinderzimmer und anderen Wohnbereichen. Der Plasmafilter für die Dunstabzugshaube erfüllt noch die zusätzliche Funktion, dass er den Aktivkohlefilter des Geräts schont und ist deshalb als Alternative für die Küche perfekt.

Ozonfilter sind übrigens auch in vielen Wartezimmern in Arztpraxen zu finden. Sie filtern Bakterien und Viren aus der Luft und vermindern so die Ansteckungsgefahr.

Welche Lebensdauer hat ein Plasmafilter?

Der Plasmafilter hat eine sehr lange Lebensdauer. Er muss in der Regel über den gesamten Lebenszyklus der Dunstabzugshaube nicht erneuert werden. Darüber hinaus sorgt er dafür, dass auch der Aktivkohlefilter kaum gewartet werden muss. Erst nach sieben bis zehn Jahren Nutzungsdauer sollte der Aktivkohlefilter einmal getauscht werden.

Ist der Plasmafilter für Bora, Miele und andere Dunstabzugshauben-Hersteller geeignet?

Grundsätzlich sind Plasmafilter für Dunstabzugshauben mit dem Fettabscheidegrad A geeignet. Hier gilt es genau zu prüfen, denn es gibt sehr viel mehr Dunstabzugshauben mit schlechteren Fettabscheidegraden. Wer also unbedingt einen Plasmafilter nutzen möchte, ist bei der Auswahl der Dunstabzugshaube doch deutlich eingeschränkt. Der Fettabscheidegrad einer Dunstabzugshaube lässt sich in der Regel aus den Produktinformationen entnehmen. Gerne können Sie sich uns auch eine E-Mail schreiben, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr (Wunsch)Gerät geeignet ist.

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