13 Gründe für eine Vakuumierschublade in der Küche

Was wir alle längst wissen, wird immer wieder durch neue Studien belegt: Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Eine neue Untersuchung der WWF ergab, dass fast ein Drittel der produzierten Lebensmittel im Müll landen. Mit anderen Worten: 18 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr, allein in Deutschland. Oder: 313 Kilo Nahrungsmittel jede einzelne Sekunde. Bis Sie diesen Artikel zu Ende gelesen haben, sind wieder knapp 80.000 Tonnen Abfall zusammengekommen.

Wie können wir dem ganzen entgegenwirken? Planvolles Einkaufen hilft auf jeden Fall schon mal. Aber wenn doch wieder einmal zu viel gekauft wurde, muss ein Plan B her, damit die Lebensmittel nicht wieder in die Tonne wandern. Und dieser Plan B könnte eine Vakuumierschublade sein.

Was ist eine Vakuumierschublade?

Eine Vakuumierschublade kann, wie der Name schon sagt, ein Vakuum erzeugen und Lebensmittel luftdicht verschließen. Der Begriff Vakuum kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Leere“, steht also für einen luftleeren Raum. Umgangssprachlich wird die Bezeichnung auch für die Verpackungsvakuumierung von Lebensmitteln verwendet, obwohl dort genau genommen nur ein Grobvakuum erzeugt wird. Ein bisschen Restluft bleibt über das Lebensmittel hinaus immer in der Folienverpackung zurück.

Sauerstoff ist ein entscheidender Auslöser dafür, dass Lebensmittel verderben. Indem der Sauerstoff beim Vakuumieren weitgehend aus der Verpackung entfernt wird, verlängert man also die Haltbarkeit des Lebensmittels. Es bleibt nicht nur länger frisch, auch die Nährstoffe und Vitamine, der Geschmack, Konsistenz und Farbe bleiben erhalten.

Wie funktioniert die Vakuumierschublade?

Die Bedienung der Vakuumierschublade ist denkbar einfach. Zunächst wird das Lebensmittel in eine spezielle Vakuumierfolie bzw. einen Vakuumierbeutel verpackt, der an einer Seite offen ist. Dabei sollte man darauf achten, dass der Beutel groß genug ist, um später noch gut in die Verschweißeinheit des Vakuumierers eingeklemmt zu werden. Am besten nur zu ca. zwei Dritteln befüllen! Öffnen Sie nun die Vakuumierkammer der Schublade und legen Sie den Vakuumierbeutel mit dem Lebensmittel hinein, so dass die offene Seite der Folie auf dem Verschweißmechanismus liegt. Schließen Sie den Glasdeckel der Vakuumierkammer und wählen Sie eine geeignete Vakuumierstufe und Verschweißstufe aus. Drucken Sie den Glasdeckel an einer Ecke etwas nach unten und starten Sie den Vakuumiervorgang.

Zuerst wird nun die Luft aus der gesamten Vakuumierkammer, und damit auch aus dem Folienbeutel gesaugt. Im Anschluss erhöht sich der Druck in der Kammer noch einmal und das vakuumierte Lebensmittel wird im Beutel luftdicht eingeschweißt. Ein Signalton oder ein Leuchtsymbol zeigt an, dass der Vakuumiervorgang beendet ist und das vakuumierte Lebensmittel entnommen werden kann.

Was ist der Unterschied zwischen einer Schublade und einem externes Vakuumiergerät?

Der Unterschied zwischen einer Vakuumierschublade und einem externen Vakuumiergerät besteht in erster Linie in der Vakuumierkammer der Schublade, die dem externen Gerät fehlt. Beim Einbaugerät wird nicht nur das Produkt im Beutel, sondern die komplette Kammer vakuumiert. Der Vorteil daran ist, dass keine Druckdifferenz zwischen dem Unterdruck im Vakuumbeutel und dem Normaldruck außerhalb des Beutels besteht, wie es beim Standgerät der Fall ist. So können in der Vakuumierschublade Lebensmittel jeglicher Konsistenz luftdicht verschlossen werden, auch Suppen, Soßen, mariniertes Fleisch und andere feuchte Produkte. Beim externen Vakuumierer funktioniert das nicht. Oder nur mit einer großen Sauerei. Denn durch den Normaldruck in der Umgebung werden die Flüssigkeiten während des Vakuumierens zum großen Teil aus dem Beutel gesogen. Für trockene Produkte ist der Standvakuumierer aber auch sehr gut geeignet.

Photocredit: Miele

Was kann man mit dem Einbau-Vakuumierer alles machen?

Aller guten Dinge sind drei-zehn. 13 Einsatzmöglichkeiten und 13 Gründe mehr warum sich eine Vakuumierschublade in der Küche durchaus lohnt:

  1. Nahrungsmittel länger haltbar machen.
  2. Sous-Vide-Garen. Lesen Sie hier mehr über diese exklusive Garmethode.
  3. Größere Portionen vorkochen, ohne dass etwas verdirbt.
  4. Lebensmittel ohne Gefrierbrand platzsparend einfrieren.
  5. Dank verschiedener Vakuumierstufen auch empfindliche Lebensmittel (z. B. Chips oder Salate) vakuumieren.
  6. Kleidungsstücke komprimieren, vor Motten schützen und kompakt einlagern.
  7. Wasser mit Geschmacksträger (z.B. Zitrone, Erdbeere) kurz vakuumieren und so in Windeseile Aromawasser ohne Zuckerzusatz erzeugen.
  8. Marinieren beschleunigen und intensivieren.
  9. Geöffnete Gläser (z.B. Babynahrung) wiederverschließen.
  10. Marmelade, Kompott u.v.m. einwecken.
  11. Vorbereiten, indem man schon am Vorabend „vorschnippelt“ und die Zutaten übergangsweise vakuumiert.
  12. Platz sparen, indem kein externes Gerät die Arbeitsfläche besetzt.
  13. Gerätefront aufwerten.

Für was wird welche Vakuumierstufe verwendet?

Druckempfindliche Lebensmittel, wie zum Beispiel zarte Früchte oder die bereits geöffnete Chipstüte werden auf der sanften Stufe 1 vakuumiert. Die mittlere Stufe 2 eignet sich für sehr feuchte Lebensmittel, Suppen und Soßen. Auf der höchsten Stufe 3 können trockene, unempfindliche Lebensmittel sowie Fisch und Fleisch vakuumiert werden. Am besten zusammen mit ein paar leckeren Kräutern oder einer schmackhaften Marinade – und anschließend ab in den Sous-Vide-Dampfgarer damit!

Was braucht man zu vakuumieren noch?

Was man unbedingt benötigt sind geeignete Vakuumierfolien aus festem Kunststoff. Praktisch ist es, verschiedene Größen auf Lager zu haben, damit man keinen großen Beutel verschwenden muss, wenn man nur mal eine Kleinigkeit einschweißen möchte.

Einige Gerätehersteller bieten außerdem spezielle Vakuumierbehälter zu ihren Einbaugeräten an. Kein Muss, aber praktisch sind die Behältnisse allemal!

Was kostet eine Vakuumierschublade?

Zugegeben: Günstig sind Einbau-Vakuumierer nicht. Die Vakuumierschubladen unserer drei Haupt-Handelspartner Neff, Miele und Gaggenau liegen alle über 2.000 Euro. Aber an dieser Stelle möchte ich nochmal auf mein Intro zurückkommen: Würden wir nicht auch eine ganze Menge Geld einsparen, wenn wir nicht mehr so viele Lebensmittel wegwerfen würden? Und hätte sie sich nicht vielleicht sogar nach ein paar Jahren amortisiert?

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